Photovoltaik Förderungen

Mit dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (kurz EAG) wird die Förderlandschaft in der Photovoltaik und Stromspeicherung umgestellt. Zur Förderung einer PV-Anlage kann entweder die Marktprämie oder der Investitionszuschuss in Anspruch genommen werden. Eine Kombination der beiden Fördersysteme ist nicht möglich.

Die Marktprämie ist die neue Förderung für eingespeisten PV-Strom und ersetzt damit die bis dato mögliche OeMAG Tarifförderung. Für die Marktprämienförderung wird die Verordnung noch erarbeitet. Ein genauer Zeitplan ist noch nicht bekannt, voraussichtlich zweites Halbjahr 2022.

Bei den Investitionszuschüssen handelt es sich um einen einmaligen Zuschuss zur PV- sowie Stromspeicheranlage. Einstweilen liegt ein Verordnungsentwurf für die Förderung vor, mit dem Fördersatz, Förderzeitpunkt bereits antizipiert werden kann. Bitte beachten Sie, dass es sich aber nur um einen Entwurf handelt, der sich im Detail noch ändern kann. Bei der Förderung via Investitionszuschuss soll in den nächsten Wochen ein Fördercall starten.

Investitionszuschüsse soll es sowohl für Photovoltaik-Module für Neuanlagen und Erweiterungen für jedes einzelne kWp Nennleistung geben, bei Stromspeichern wird jede einzelne kWh Speicherkapazität mit einem bestimmten Fördersatz unterstützt.

Die Höhe des Investitionszuschusses für Photovoltaikanlagen variiert mit der Anlagengröße:

  • Kategorie A: PV-Anlagen bis 10 kWp (mit/ohne Stromspeicher) -> fixer Fördersatz 285 €/kWp, Reihung der Förderanträge nach Einlangen (“first come – first serve”)
  • Kategorie B: PV-Anlagen > 10 bis 20 kWp (mit/ohne Stromspeicher) -> Fördersatz nach eigener Angabe oder max. Fördersatz 230 €/kWp, Reihung der Anträge nach Höhe des angegebenen Fördersatzes
  • Kategorie C: PV-Anlagen > 20 bis 100 kWp (mit/ohne Stromspeicher) -> Fördersatz nach eigener Angabe oder max. Fördersatz 175 €/kWp, Reihung der Anträge nach Höhe des angegebenen Fördersatzes
  • Kategorie D: PV-Anlagen > 100 bis 1.000 kWp (mit/ohne Stromspeicher) -> Fördersatz nach eigener Angabe oder max. Fördersatz 150 €/kWp, Reihung der Anträge nach Höhe des angegebenen Fördersatzes

Für PV-Anlagen bis 10 kWp soll es einen fixen Fördersatz geben, für PV-Anlagen ab 10 kWp (Kategorien B bis D) soll es zwar einen maximalen Fördersatz in €/kWp geben, der vom Antragsteller aber unterboten werden kann, um in der Reihung der beantragten Förderprojekte weiter vor gereiht zu werden und damit die Chance auf eine Förderung zu erhöhen.

Für innovative PV-Anlagen kann per Verordnung ein Zuschlag von bis zu 30 % vorgesehen werden. 25 % Abschlag auf den Investitionszuschuss sind für PV-Anlagen auf landwirtschaftlicher Nutzfläche und im Grünland vorgesehen; der Abschlag soll für folgende Anlagen zur Gänze oder teilweise entfallen:

  • Anlagen, die auf einer Agri-PV-Fläche errichtet werden und durch die Errichtung die hauptsächliche Nutzung nicht oder nur geringfügig beeinträchtigt wird;
  • Anlagen, die auf oder an einem Gebäude oder einer baulichen Anlage, das oder die zu einem anderen Zweck als die Erzeugung von Strom aus PV-Anlagen und zumindest drei Jahre vor Antragstellung auf Förderung fertiggestellt wurde, errichtet werden;
  • Anlagen, die auf einem durch bauliche Eingriffe geschaffenen Wasserkörper errichtet werden;
  • Anlagen, die auf einer geschlossenen oder genehmigten Deponiefläche oder einer Altlast errichtet werden;
  • Anlagen, die auf einem Bergbau- oder Infrastrukturstandort errichtet werden;
  • Anlagen, die auf einem militärischen Übungsgelände errichtet werden;

Die Höhe des Investitionszuschusses für Stromspeicher ist fix vorgegeben und beträgt 200 €/kWh. Die Mindestgröße des Stromspeichers ist mit mindestens 0,5 kWh/kWp gekoppelt an die Leistung der PV-Anlage. Die Förderobergrenze ist mit maximal 50 kWh Speicherkapazität definiert. Der Stromspeicher wird nur gefördert, wenn dessen Förderung zeitgleich mit der PV-Anlageförderung beantragt bzw. die PV-Anlage erweitert wird.

Es sollen im Jahr 2022 zwei Fördercalls stattfinden, das genaue Datum ist noch nicht bekannt, die zuständige Förderungsabwicklungsstelle (www.oem-ag.at) wird die Fördercalls jeweils 2 Wochen im Voraus bekannt geben:

  • Fördercall 1: Frühling 2022, für 4 Wochen;
  • Fördercall 2: Sommer 2022, für 4 Wochen;

 

ABLAUF DES VERGABEVERFAHRENS

Wichtig ist, dass die Antragstellung unbedingt vor Investitionsbeginn erfolgt. Antragsteller können sowohl natürliche als auch juristische Personen sein. Die Anträge werden sodann durch die EAG-Abwicklungsstelle geprüft und nach Förderbedarf gereiht. Weiters ist auf die Fristen zur Errichtung und Inbetriebnahme der Anlage zu achten. Die Auszahlung des Zuschusses erfolgt nach Inbetriebnahme der Anlage und Prüfung der Endabrechnung.
 

ALTERNATIVE PHOTOVOLTAIKFÖRDERUNGEN

Der Klima- und Energiefonds der österreichischen Bundesregierung fördert mit einer separaten Aktion unter dem Titel „Photovoltaik 2020 bis 2022“ die Errichtung von neu errichteten Photovoltaik-Anlagen, bei der max. 50 kWp zur Förderung eingereicht werden können und die Fördersätze von 150 bis 250 Euro/ kWp gestaffelt sind bzw. unabhängig von den Pauschalsätzen mit maximal 35 % der Investitionskosten gefördert werden.

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